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Der Tod eines nahestehenden Menschen verändert und verdüstert schlagartig das ganze Leben. Es ist eine Krisensituation, in der durch den Verlust eines Menschen ein Stück persönlicher und sozialer Welt zusammenbricht. Nichts macht mehr Freude, was einen zu anderen Zeiten beglückt hätte. Die Gedanken kreisen ständig um den Verlust. Und das kostet Kraft.

 „Ich möchte gar nicht daran denken.“ Solche Äußerungen machen deutlich, wie gern Trauernde zuweilen dem Schmerz der Trauer aus-weichen möchten. So verständlich das auch sein mag – es ist gefährlich. Denn der Mensch braucht die Trauer als Antwort auf den erlittenen Verlust. Die Wunde, die der Verlust eines nahestehenden Menschen verursacht, kann sonst nicht heilen. Sie wäre nur zugedeckt.

Mit der kirchlichen Bestattung und der Abreise der Verwandten setzt die Krise erst mit voller Wucht ein, doch da bleiben Trauernde meist allein. In dieser Situation wollen wir weitere Begleitung und Hilfe anbieten: den Trauerkreis. Wenn der Weg durch die Trauer manchmal den Durststrecken durch eine Wüste gleicht, möchte diese Runde eine Oase sein, an der man sich erholen, gleichsam auftanken und das Recht der Gastfreundschaft genießen kann.

„Die Zeit heilt alle Wunden.“ Dieses Sprichwort hat insofern recht, dass Wunden Zeit brauchen, um zu heilen, unter Umständen viel Zeit. Aber nicht die Zeit lässt den Heilungsprozess voran-schreiten, sondern die Trauerarbeit, die geleistet wird. Deswegen sollte niemand in seinem Schmerz allein bleiben. Isolation macht stumm und lässt den Schmerz versteinern. Es drängt die Menschen zu erzählen, was ihnen widerfahren ist. Der Schmerz soll sich äußern dürfen: „Trübsal blasen“, „sich alles von der Seele reden“ – und jemand hört wirklich zu. Damit kann Heilung schon in Gang kommen.

Ziele der Trauerarbeit sind: den Verstorbenen als verstorben annehmen, also seinen Tod bejahen können; sich in der neuen Lebenssituation ohne ihn zurechtfinden; auf andere Menschen zugehen und neue Bindungen aufnehmen können; dankbar sein können, dass man ihn als Menschen geschenkt bekommen hatte; Vertrauen dahinein gewinnen, dass das Leben trägt, weil Gott es mit uns geht.

Anliegen dieses Trauerkreises ist, den Hinterbliebenen in einer Zeit, in der das Interesse und das Verständnis der Mitwelt an ihrem Kummer nachlässt, Gelegenheit zu geben, in einem geschützten Raum noch einmal über ihre Gefühle und ihr Erleben zu sprechen – oder auch nur zuzuhören und im Gehörten die eigene Situation zum Teil wiederfinden zu können. Es tut gut zu spüren, dass sich jemand für ihr Schicksal interessiert, Anteil nehmen und sie ein Stück weit begleiten möchte.

Natürlich bieten wir auch die Möglichkeit an, Einzelgespräche zu führen. Wenn jedoch eine Gruppe zusammen kommt, können die Betroffenen erleben, dass sie nicht allein sind in ihrer schweren Situation, dass es noch andere gibt, die einen schweren Verlust erlitten haben. Manchmal hilft es auch, einfach nur zu schweigen und anderen zuzuhören. Das kann tragen und möglicherweise geben die Erfahrungen anderer auch die eine oder andere Anregung für die Gestaltung des eigenen Lebens ohne den Verstorbenen.

Ein Team aus unseren katholischen und evangelischen Gemeinden in Oberschleißheim lädt alle ein, die einen nahestehenden Menschen verloren haben. Die Treffen sind jeweils am letzten Mittwoch eines Monats um 15.00 Uhr im Pfarrheim von Maria Patrona Bavariae, Haselbergerstraße 9.

 

 

Bitte melden Sie sich vorab an bei Christel Hänfler, Tel. 315 10 46 oder Hildegard Reuter,

Tel. 315 42 21

 

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